Genauso wie den besonders langen, geht es den kleinen Menschen bei der Suche nach einem passenden Fahrrad: Sie suchen – wie alle anderen – ein Rad, mit dem Ihnen fahren Freude macht, werden bei normalen Modellen aber nicht fündig. Die typischen Probleme bei kleinen Menschen auf einem Durchschnittsrad sind: Sie bekommen die Füße nicht an die Erde, der Lenker ist immer zu weit weg und manchmal gibt‘s noch Knieprobleme, weil die Tretkurbeln zu lang sind. Was kann man tun?

Kleine Räder, kleines Fahrrad?

Sehr oft höre ich dann, ein 24″- oder 26″-Rad sei doch besser, weil es kleiner als ein 28er ist! Das ist aber nur begrenzt richtig, da eine Rahmenhöhe von 40 cm, eine Tretlagerhöhe (Tretlager über Erde) von 27 cm, eine Sattelhöhe von mindestens 72 cm ergeben (40 cm + 27 cm + 5 cm für den Sattel). Wie groß dann die Reifen sind, ist eigentlich egal.

Rahmenwahl

Wenn Sie einen Herrenrahmen ins Auge gefasst haben, so achten sie bitte darauf, dass sie über dem Oberrohr mit den Füßen flach auf der Erde stehen können und noch 2-3 cm Platz haben. Sollte das nicht passen, so ist der Rahmen zu groß und muss kleiner gewählt werden. Bei den meisten Herrenrädern ist bei 46 cm Rahmenhöhe nach unten Schluß – kleiner geht nicht.

Dieses Oberrohr, das bei uns langen Menschen so wichtig ist (wegen unserer Größe und unseres Gewichtes) ist bei kleinen Menschen ziemlich unwichtig und erschwert zudem ein vernünftiges Auf- und Absteigen. Kleine Menschen sind meistens leichter und ein kleiner Rahmen auch dann sehr steif, wenn er einen tiefem Einstieg hat.

Damit stellt sich die Frage: „Warum kein Damenrad?“. Hier ist der Rahmen kürzer, der Lenker damit näher, die Herrenstange ist weg und die Rahmen­Höhe geht runter bis 40 cm.

„Herrenräder“ machen bei kleinen Menschen eigentlich erst dann Sinn, wenn ihr Gewicht mehr Steifheit des Rades fordert, als ein „Damenrad“ bieten kann.

Fahrrad anpassen

Hat man nun einen Rahmen oder ein passendes Fahrrad gefunden, wirkt es Wunder, wenn man einen schmaleren Lenker (etwa Schulterbreite) und einen passenden, nicht allzu ausladenden Vorbau montieren lässt. Ist der Rahmen eines Damenrades immer noch zu groß, so kann man vielleicht die gefederte Sattelstütze gegen eine ungefederte tauschen lassen und dadurch Höhe gewinnen.

Ab einer gewissen Fahrleistung im Jahr macht es auch Sinn, über kürzere Pedalkurbelarme nachzudenken, da bei kleinen Menschen und langen Kurbeln sonst der Knie-Knick-Winkel zu eng wird und es dadurch zu Knieproblemen kommen kann.

Fazit:

Für kleine Menschen – egal ob Mann oder Frau – ist ein sogenanntes „Damenrad“ meist die bessere Wahl. Also keinen falschen Stolz meine Herren. Auch Damenräder können heute böse zuschlagen! Das wichtige ist doch „bequem sitzen und schnell vorankommen“ und nicht „Hauptsache Herrenrad“. Erst mit dem richtigen Rad steht gesundem, grenzenlosem Fahrspaß nichts im Weg.

Ihr Thomas Just