In den letzten Tagen ging wieder einmal die Nachricht um:

Wieder mehr Tote und Schwerverletzte mit den Rückenwind-Fahrrädern!

Zuerst einmal wünschen ich allen Betroffenen gute Besserung und den Angehörigen meine Anteilname. Aber muss das immer und ewig so weiter gehen und sich immer weiter steigern? Was kann getan werden, um diese Entwicklung endlich zu bremsen?

Vielleicht fangen wir diesmal etwas anders an, wir schimpfen nicht auf die Regierung oder bemühen seltsame Statistiken sondern wir beginnen bei Ihnen!

Mit welcher Hand bedienen Sie die beste Bremse an Ihrem Pedelec/Fahrrad und an welchem der Laufräder ist sie montiert? Wenn Sie jetzt zu unserem Stamm-Publikum gehören und letztens erst Ihre Radreise beendet haben, bitte ich für die plumpe Frage um Entschuldigung. Natürlich wissen Sie wo Ihre Vorderradbremse ist und wie Sie optimal bedient wird. Sie haben es unzählige Male trainiert und unzählige Male haben Sie dieses Wissen für Sich ausgenutzt.

Aber welche Sitzposition haben Sie auf ihrem Fahrrad oder Pedelec?

Bei einem Fahrrad (ohne Motor) regelt sich vieles von alleine. Wenn Sie auf Ihrem Fahrrad sitzen und eine Sitzposition einnehmen, wie ein „Handtuch auf einer Wäscheleine“, dann fahren Sie nur sehr langsam und da es sehr anstrengend ist, vermutlich auch nur kurze Strecken. Wahrscheinlich steht deshalb Ihr Fahrrad mehr in der Garage herum und staubt langsam ein, da es für Sie unangenehm ist. So regelt sich das Fahrradfahren eigentlich von ganz allein. Sie haben keine Ahnung, haben keinen gefragt, der Ihnen helfen könnte und haben das Fahrradfahren deshalb eigentlich eingestellt. So fahren sie wenig bis gar nicht und entziehen sich somit der unangenehmen Statistik der Unfälle.

Jetzt gibt es aber Fahrräder mit einem E-Antrieb. Da hilft Ihnen der E-Motor ganz schön auf die Sprünge…!?          Wirklich?

Sicher können sie jetzt immer und überall pfeilschnell „langpfeifen“, aber beherrschen Sie auch genauso pfeilschnell die Kunst des gekonnten Radfahrens? Und wo ist denn jetzt die richtige Bremse an Ihrem Pedelec, wenn es eng wird? Und ist die „Handtuch auf der Leine Sitzposition“, die schon auf dem normalen Fahrrad Mist war, jetzt dazu geeignet, Sie sicher und gekonnt, pfeilschnell, über den „nur mal eben“ befahrenen Bürgersteig zu befördern? Ist Ihnen bewusst, dass Sie für gekonntes Radfahren eine ganz bestimmte Portion Körperspannung, gepaart mit einer feinen, lockeren Lenkerführung brauchen, um eine schwierige Fahrpassage zu meistern? Und haben Sie diese auf Ihrem Pedelec?

Ist Ihr Fahrrad-Händler mit Ihnen Ihr Fahrkönnen und Ihre Sitzposition durchgegangen, so wie es einige kleine, ganz spezielle Fahrrad-Händler es bei unserem Stamm-Publikum tun würden? Haben Sie mal den ADFC nach einem Sicherheits-Training gefragt oder mit Freunden auf einem Parkplatz ein wenig trainiert?

Für mich ist es normal, dass Fahrräder und Pedelec exakt zu dem Fahrkönnen und den persönlichen Vorlieben angepasst werden. Aber besonders Wichtig ist es, dass Sie die richtige Sitzposition, mit der zu Ihnen passenden Körperspannung einnehmen können. Wenn Sie dann noch mit großem Spaß und der Hilfe von erfahrenen Freunden ein wenig an Ihrem Fahrstil feilen, haben Sie eine tolle Zeit und die Statistik des nächsten Jahres ist bestimmt um einen Zähler ärmer.

Ihr Thomas Just