Radikale Behauptung? Warten sie ab!

Lesen Sie doch einmal den Ratgebertext: „Optimale Trittzahl“!
In diesem Text wird erklärt, dass der Mensch auf einem Fahrrad erst ab einer Pedal-Umdrehungszahl von 70 Umdrehungen in der Minute effektiv Leistung abgeben kann. Bei niedrigeren Umdrehungszahlen ist der Leistungsverlust sehr hoch und die Belastung der Gelenke ungesund.

Hier setzt jetzt der Hybridantrieb an. Der eine Teil des Hybridantriebes ist der Mensch, der andere ein Elektro-Motor, der von einem Akku gespeist wird. Der Motor tritt in Aktion, wenn der Radfahrer zu treten beginn, genauer: bei 1 Umdrehungen pro Minute. Bei ca. 60 Umdrehungen, nämlich dann, wenn der Radfahrer beginnt, die für ihn effektive Drehzahl zu erreichen, steigt der Motor sanft wieder aus. Er unterstützt uns also nur in dem für uns Menschen so unangenehmen Bereich der niedrigen Drehzahlen.

Wenn jetzt noch ein zur menschlichen Leistungsfähigkeit passendes und vom Wirkungsgrad her schnelles Fahrrad mit einigen Gängen als Basis genommen wird, ist die Einheit Mensch/Maschine extrem wirkungsvoll. Im Zusammenspiel von E-Motor (niedrige Drehzahl) und Mensch (hohe Drehzahl) kommt dann ein angenehm schnelles und anstrengungsarmes Fahren heraus. Die Gefahr einer Überlastung des Fahrers sinkt, da die menschliche Anstrengung in einen Bereich verlagert wird, in dem die Belastung für Körper und Gelenke sehr gering sind. Ein körperliches Training ist damit sehr wirksam und auch effektiv.

Bei unseren Fahrten mit den Sportpedelec-Prototypen von der Firmen Kalkhoff und Patria konnten wir mit der Effektivität viel herumexperimentieren. Unser Ergebnis: Es ist für einen Normalmenschen möglich, sogar die Leistung von Rennradfahrern zu erreichen. Dabei hat der Pedelec-Fahrer das Gefühl, er sei nur Fahrrad gefahren! Einer unserer Testfahrer war ein großer Mann, der schon mal Probleme mit seinem Rücken und seinen Gelenken hat. Er ist recht sportlich, mag aber Überlastungen gar nicht. Nach einiger Anpassung eines Pedelec an seine Person ist er, im Winter abends, „mal eben“ 40 km nach Hause gefahren!

Für die erfahrenen Rad-Reiseprofis unter Ihnen ist die Motorik des Tretens zwar so eingespielt, dass Sie auch ohne E-Motor sehr effektiv sind, aber auch Sie bringt der E-Antrieb schneller und leichter in die Tretdrehzahl, in der der Körper am effektivsten und am schonensten die größte Leistung bringen kann. So überlassen Sie die unangenehme Arbeit dem E-Motor und leisten Ihre Tret-Arbeit hauptsächlich in dem Bereich, in dem es Ihrem Körper leicht fällt.

Sie sollten nur immer wieder mal den Motor ausschalten, da Sie sich auf diesem Wege die Feinmotorik erhalten, die sie zu schnellen Fahrradfahren benötigen. Denn dieses feine Zusammenspiel geht auch schnell wieder verloren.

Fazit:

Sie sehen, in der Idee eines (Sport-)Pedelecs steckt nicht nur viel Sinn, sondern auch viel Fahrspaß. Aber um es wirklich zu verstehen, sollten Sie mal reinkommen und es selbst ausprobieren!

Ihr Thomas Just