Wenn Sie eine Hüft- oder Knie-Operation hinter sich haben und aus der Reha kommen, so liegt ein langes Stück Beschwerlichkeit hinter Ihnen – das wird jetzt aber besser! In der Reha sind Sie auf dem Hometrainer geradelt und die Therapeuten haben begonnen Ihre Muskeln wieder aufzubauen und Ihre Beweglichkeit wiederherzustellen. Das sollten Sie zu Hause fortsetzen – am besten an der frischen Luft und mit guter Laune – also Radfahren. Was auf dem Hometrainer bewegungsmäßig geht, sollte auch auf Ihrem Fahrrad funktionieren. Ein paar Dinge sollten Sie dabei auf jeden Fall beachten:

Ergonomische Einstellung sicherstellen

Für Sie ist es noch wichtiger als für gesunde Menschen, dass Ihr Rad ergonomisch (körpergerecht) eingestellt ist. Sie wollen ja gesund werden. Und das ist schwierig, wenn Sie Ihren Körper quälen bzw. Ihr Bein für die Genesung ungesunde Bewegungen vollführen muss. Vielleicht lesen Sie dazu einmal unseren Ratgeber „Wie stelle ich mein Fahrrad körpergerecht ein?

Beugewinkel der Beine beachten

Besonders wichtig ist, dass Sie zu aller erst für die richtige Sitzposition sorgen. Sollten Sie in dieser Sitzposition mit dem Bein der operierten Seite noch keine komplette ‚Pedalrunde‘ schaffen, so bekommen Sie bei uns im Laden einen speziellen Kurbelverkürzer. Dieser wird auf der Seite, auf der Sie die OP hatten, anstelle des Pedals angebracht und so eingestellt, dass der für eine Kurbelwellen-Umdrehung benötigte Beugewinkel (also der Winkel zwischen Unter- und Oberschenkel bzw. zwischen Oberschenkel und Oberkörper) ein klein wenig kleiner sein muss, als er im Moment bei Ihnen ist.

Wenn sich dann nach einiger Zeit die Beweglichkeit Ihres Knies bzw. Ihrer Hüfte soweit verbessert hat, dass Sie wieder problemlos durchtreten können, stellen Sie den Kurbelverkürzer wieder so ein, dass der Beugewinkel beim Fahren wieder minimal kleiner sein muss, als Ihnen ohne Anstrengung möglich wäre. Der Verkürzer wandert also auf dem Pedalarm immer weiter nach außen.

Irgendwann werden Sie dann keinen Kurbelverkürzer mehr brauchen und Sie können ihn wieder durch das normale Pedal ersetzen. Sollten Sie das handwerkliche Geschick für diese Arbeiten nicht besitzen so suchen Sie sich einen freundlichen Fahrradhändler.

Leichte Gänge fahren

Da eines Ihrer Beine nicht die volle Leistungsfähigkeit besitzt, müssen Sie Ihre Drehzahl (Kurbellwellen-Umdrehungen/Minute) beachten. Diese sollte bei Ihnen jetzt, wie sie aus der Reha wissen, bei ca. 60-80 U/min (also etwa eine Umdrehung pro Sekunde) liegen. Sollten Sie in Gegenwind geraten oder an der Ampel anfahren, wählen Sie bitte einen leicht zu tretenden Gang. Reagieren Sie beim Fahren auf jede Veränderung des Tretwiderstands und schalten Sie viel, damit Sie die Anstrengung für Ihr Bein / Ihre Hüfte so gering wie möglich halten. Das Bein muss bewegt werden, aber ohne große Belastung.
Glauben Sie mir – hab‘ ich nämlich alles hinter mir.

Sie werden sehen, schon bald genießen Sie Ihre wiedergewonnen Freiheit und Beweglichkeit.

Ihr Thomas Just