Ergebnisgrinsen

Die Radreise mit Olli
Oder: Wann hat ein Kind seinen Papa schon mal für sich alleine?

„Olli, ist ein Dickschädel. Wenn er etwas nicht will, geht gar nichts mehr. Ein echter Sturkopf halt“, beginne ich zu erzählen.

Ich stelle mir in Gedanken den damals vierjährigen Kerl vor, wie er, allen Widrigkeiten trotzend, mit mir auf Fahrradtour ging.

„Mit dieser eigentlich positiven Charaktereigenschaft ist er im Kindergarten oft angeeckt und bekam von den Erzieherinnen auch schon mal eine rote Karte gezeigt.“

Herr Frank schaut Jakob nachdenklich an und gibt ihm mit einem Kopfnicken ein Zeichen. Dieser erwidert den Blick und macht dazu ein verschmitztes Gesicht.

„Auf jeden Fall brauchte mein Olli eine sinnvolle Beschäftigung. Am besten eine, die er aus eigenem Antrieb tun würde. Ich ging ja immer schon gerne auf Fahrradtour, und so kam ich schnell auf die Idee, Olli auch dafür zu begeistern.“

Jakob und Samy haben sich mittlerweile vor mir auf den Boden gesetzt.

„Als ersten Schritt suchten wir einen Namen für unsere ultimative Fahrrad-Tour. Dafür gönnten wir uns im Wohnzimmer einen Dia-Abend mit Fahrradpacktaschen, Picknickdecke, Plastikdosen und Fahrradflaschen. Dazu ließen wir Bilder von Radurlauben laufen, die ich mit meiner Frau zusammen erlebt hatte.“

„Cool!“, findet Samy.

„Olli fand unser Picknick im Wohnzimmer auch sehr spannend und lauschte, genauso wie ihr jetzt, meinen Geschichten. Mein Sohn konnte gerade mal so Fahrrad fahren. Für eine Radreise war das aber zu wenig. Um Olli zu einem regelmäßigen Training zu bewegen, stellten wir uns vor, wie wir gemeinsam auf große Fahrt gehen und was wir dabei alles für tolle Sachen erleben würden. Nach kurzer Zeit war Olli voll bei der Sache und fand den passenden Namen: „Die Abenteuertour“.“

„Das passt!“, bemerkt Jakob.

„Damit stand der Name fest. Nun war es wichtig, für die Tour kräftig zu trainieren. Zweimal pro Woche packten wir unsere Sachen und legten los. Das Training bestand aus mehreren Einzelthemen. Eines hieß zum Beispiel „Die Schule, in der man hören lernt“. Dabei musste Olli lernen, auf bestimmte Kommandos konsequent und bestimmt zu reagieren. So fuhr er beispielsweise auf dem Bürgersteig und ich auf der Straße. Wenn ich „Stop!“ rief, musste er mit allem bremsen, was sein Fahrrad hergab. Klappte das Befolgen der Kommandos nicht, wurden die Räder angeschlossen und wir fuhren mit der Straßenbahn nach Hause.“

„Das ist hart!“, merkt Samy an.

„Für das weitere Hörtraining fragte ich meinen Sohn während der Fahrt, wer oder was hinter uns herfuhr. Er durfte sich nicht umdrehen, sondern musste das am Geräusch herausfinden. Lief unser Training gut, gingen wir anschließend in eine Eisdiele.“

„Das ist fair!“, findet Jakob.

„Ein anders Thema bei unserem Training war „Die Räder einer Lok“. Dabei ging es um die Atmung und den richtigen Einsatz der Gangschaltung. Dafür haben wir uns erst einmal eine historische Dampflok gesucht. Bei einer durften wir sogar einmal mitfahren. Beim Starten machte die Lok „Tuuut, schnuff, schnuff, schnuff“. Das Geräusch hörte sich an wie der schnaufende Atem eines Radfahrers, der einen Berg hochastet.“

„Ja, das kenn‘ ich“, sagt Jakob.

„Über eine weite Strecke ahmten wir das Geräusch der Lok nach. Nachdem die Rundfahrt beendet war, setzten wir uns auf die Fahrräder und spielten mit dem Atmen die Dampflok-Melodie nach: Luuuft raus – und einatmen. Wie bei einer guten Lok mussten sich selbstverständlich die Räder in der richtigen Drehzahl zu der Lok-Melodie bewegen. Deswegen mussten wir lernen, mit unserer Gangschaltung immer die passende „Beindrehzahl“ einzustellen.“

„Wie geht das denn?“, will Samy wissen.

„Um das Aufspüren der passenden Gänge einfacher zu machen, haben wir den Gängen passende Namen gegeben. So gab es zum Beispiel einen, der hieß „Igelkrabbelgang“, ein anderer war der „Hasenschnellgang“, ein anderer hieß „Rennpferdgang“, wieder ein anderer „Rennautogang“. Wenn wir dann auf unserer Trainingstour waren, haben wir an einem Berg die Dampflok gestartet und die Beine im Takt der Melodie des Atems bewegt.“

„Der wievielte Gang ist der Igelkrabbelgang?“, fragt Samy.

Herr Frank schaut zu seinem Sohn: „Na, der erste.“

„Das wichtigste Thema bei unserem Training aber war „Das Gedächtnis der Augen“. Wisst ihr, die Augen können sich Sachen merken, die sie gesehen haben, und weil das so ist, muss man nicht immer vor das Vorderrad schauen. Besser ist es, wenn man da hin sieht, wo man hin will. Dann kann das Gedächtnis das Stück Straße vor dem Vorderrad verarbeiten und die Augen schauen dabei ein Stück weiter.“

„Echt?“, fragt Samy erstaunt.

„Ja. Und um das zu trainieren, sind wir auf einen alten Wasserspielplatz gegangen. Dort haben wir mit unseren Rädern Hindernis-Fangen gespielt. Schaut man dabei vor das Vorderrad, fährt man unsicher und schafft es nie, den anderen einzuholen. Kann ich mir aber die Hindernisse einprägen und mit den Augen das Ziel anvisieren, ist es möglich, den Partner zu fangen. Mit diesem Spiel gewöhnt man sich daran, immer an das Ende einer Kurve oder Fahrtstrecke zu schauen.“

Ich öffne auf meinem Laptop eine Bildergalerie und zeigte sie den Kindern. „Irgendwann war es dann soweit. Wir starteten die ersten Testfahrten für unsere Abenteuertour. Meine Frau brachte uns morgens 20 Kilometer von uns zu Hause weg, und wir suchten uns einen Weg zurück. Selbstverständlich hatten wir Picknickkorb, Badehosen und Spielsachen dabei.“

„20 Kilometer! So weit?“, ist Jakob erstaunt.

„Das war kein Problem. Wir haben auf dem Weg alles gemacht, worauf wir Lust hatten. Und zwar als gleichberechtigte Partner. Alle Entscheidungen haben wir unterwegs diskutiert. Hatte Olli Bock auf spielen, hielten wir an und spielten. War ich der Meinung, dass wir eine Bäckerei zur Stärkung ansteuern sollten, haben wir uns darauf geeinigt.“

Die beiden Kinder schauen mit einem fragenden Gesichtsausdruck ihren Vater an. „Papa, das machen wir auch mal, ja?“

„Lasst Herrn Just erstmal weitererzählen.“

„Einige Wochen später war es dann soweit. Eines Morgens packten wir unsere Sieben Sachen. Anschließend luden wir unsere Räder ins Auto und starteten Richtung Lingen. Während der Fahrt waren wir alle ungewöhnlich still. Wird es klappen, mit einem nicht mal fünfjährigen Jungen von Lingen auf die Insel Borkum zu fahren, ging es mir durch den Kopf. Fraglos stand uns ein großes Abenteuer bevor.“

„Und weiter?“, kann es Samy kaum erwarten, dass ich fortfahre.

„Einige Stunden später trafen wir in Lingen an der Dortmund-Ems-Kanal-Fahrradroute ein. Heike half unsere Sachen auszuladen. Dann gab es für jeden noch einen Kuss, wir warfen einen kurzen Blick auf unsere Fahrrad-Karte – und los ging’s! Jetzt zahlte sich unser Training aus. Wir hatten schnell unsere Fahrposition gefunden und suchten gemeinsam die Schilder unserer Route.“

„Habt ihr euch mal verfahren?“, fragt Jacob.

„Nein. Alles lief prima. Wir hatten uns bei unseren Trainingseinheiten einen ganz bestimmten Rhythmus angewöhnt. Eine Stunde fahren mit Märchen und Geschichten erzählen, dann eine Stunde Pause samt Schleuse gucken und den Schiffen zusehen. Dann wieder eine Stunde fahren, dann zwei Stunden Pause mit Picknick. Ich erzählte Olli die ganze Zeit selbst ausgedachte Geschichten. In den Pausen malten wir, aßen Apfelkuchen und besuchten einen Bauern.“

„Wie lange waren Sie unterwegs?“, will Herr Frank wissen.

„Wir legten pro Tag um die 25 bis 30 Kilometer zurück. Für den Abend hatte ich am Zielort stets eine Pension oder ein Hotel reserviert. Während Olli duschte, packte ich die Taschen aus, spülte die Trinkflaschen und Essensdosen und wusch unsere Hosen durch. Dann ging ich in die Dusche und Olli durfte fernsehen. Meist schlief mein Sohn dann schon beim Abendbrot ein. Am nächsten Morgen, beim Frühstück, machten wir uns Lunchpakete zurecht. Das hat immer super geklappt.“

„Habt ihr auch echte Abenteuer erlebt?“, will Samy wissen.

„Aber klar! An einem Tag war der Himmel morgens schon Wolken verhangen und es begann zu regnen. Wir zogen unsere Regensachen drüber und machten uns einen Spaß daraus, durch die dicksten Pfützen zu fahren.“

„Echt cool!“, findet Samy.

„Das echte Abenteuer kommt erst noch. Die erste Rast machten wir in einer kleinen Hütte am Wegesrand. Ich las Olli aus seinem Lieblingsbuch vor, während wir unsere selbst geschnittenen Äpfel verputzten. Bei der zweiten Rast regnete es noch immer. Das Hotel für den Abend hatte ich schon am Vortag klargemacht. Ich versuchte, die Eingangstür zu öffnen. Abgeschlossen. Ich klingelte, doch es machte niemand auf. Ich klingelte erneut. Irgendwann kam eine ältere Dame an die Tür. Sie sah uns und verzog das Gesicht.

„Ich habe gestern mit Ihnen telefoniert und ein Zimmer auf den Namen Just reserviert, Vater und Sohn“, sagte ich freundlich.

„Ausgebucht!“, antwortet sie.

„Wie, ausgebucht? Sie haben mir doch gestern eine Übernachtung zugesagt!“

„Nee, alles voll!“

„Ja, und jetzt? Gibt es noch ein anderes Hotel in der Nähe?“

„Ja, Richtung Papenburg, rund zehn Kilometer von hier.“

Mir entgleisten die Gesichtszüge. „Zehn Kilometer? Im Ernst?“ Wir waren an dem Tag schon fast 30 Kilometer geradelt.

„Rums!“ – war die Tür zu. Es goss wie aus Kübeln, und ich fühlte mich wie der schlechteste Vater der Menschheitsgeschichte. Was mutete ich meinem Sohn nur zu? Doch uns blieb nichts anderes übrig als wieder loszuradeln.

„Papa, hast du was?“, fragte mein Sohn.

„Ich ärgere mich gerade.“

„Aber Papa, die Frau hatte bestimmt viel zu tun.“

„Sie ist aber trotzdem doof.“

„Vielleicht war sie heute nur schlecht drauf.“

„Ja, vielleicht. Lass uns mal überlegen, was wir heute Abend essen wollen. Ich nehme mir eine Pizza mit Schinken.“

„Ich nehme ein Schnitzel mit Pommes.“

So träumten wir die nächsten Kilometer lautstark vor uns hin. Irgendwann zog ich einen Müsliriegel aus der Tasche. Wir bauten uns aus meinem Reserve-Regenmantel und der Picknickdecke an einem Mäuerchen einen Unterstand. Von dort aus schauten wir den Regentropen zu und erzählten uns Geschichten.

Plötzlich sagte Olli: „Papa, ich habe keine Lust mehr.“

„Das ist der befürchtete Obergau“, schoss es mir durch den Kopf. „Du, Schnubbel, wir schaffen das gemeinsam! Und dann erzählen wir zu Hause der Mama von unseren Abenteuern, ja?“

„O.k., machen wir.“

Ich drückte Olli ein Comic-Heft in die Hand und dachte nach. Sollte ich meine Frau anrufen, damit sie uns abholen kam? 250 Kilometer von zu Hause weg?

„Komm Olli, es ist bestimmt nicht mehr weit. Lass uns weiter fahren.“

„Aber du schiebst mich ein Stück!“

„Na gut, aber nur, weil es regnet.“

So packten wir ein und fuhren wieder los. Bei Kilometerstand 40 standen wir dann endlich vor dem Hotel. Es war schon später Nachmittag geworden. Mir reichte es. Olli war tapfer mitgefahren. Ein netter Hotelier empfing uns und schaute uns traurig an.

„Hochzeit. Alles voll. Ich telefoniere mal!“ Er ging hinter seinen Tresen und stellte mir einen Kaffee und Olli eine Limo hin.

Während er wählte, sprach er mich an: „Doofes Wetter heute, nicht? Wo habt ihr eure Tour begonnen?“

„Lingen.“

„Wow! Hey Otto, ich hab‘ hier einen Vater mit Sohn. Ja, Fahrräder. In Ordnung, alles klar.“

„Also, der hat auch nix mehr frei, aber er meint, der Stubbe, der könnte was frei haben.“

Er wählte eine neue Nummer. „Herr Stubbe, ein Notfall! Ja, Vater und Sohn, mit dem Fahrrad. Prima, ich schicke sie vorbei.“

„Also der Stubbe, der hat was. Netter Laden, gutes Essen.“

„Wie weit?“

„15 Kilometer.“

Wenn ich jemals in meinem Leben am liebsten laut losgeheult hätte, dann in diesem Moment.

„O.k. Olli, auf geht’s!“

Olli setzte sein tapferstes Lächeln auf, und wieder machten wir uns auf den Weg. Draußen hatte es immerhin aufgehört zu regnen. Ich setzte mich auf mein Fahrrad und schaute Olli mitleidig an.

„Du, Papa …“

Mir schwante Böses.

„Du musst keine Angst haben, ich halte das durch. Das schaffen wir. Bestimmt!“

Zwei große hundemüde Augen schauten mich an. Mir liefen vor Rührung Tränen über die Wangen.

„Ja, Olli, und dann gibt es Pizza satt“, versprach ich meinem Sohn.

„Nein, Papa, es gibt Schnitzel mit Pommes und Soße!“

Wir lachten beide.

Ich setzte ihn wieder auf sein Fahrrad.

„Aber du musst schieben!“

„Aber nur zum Anfahren, o.k.?“

„Nein, die ganze Zeit!“

„Hey, regnet es gerade? Nein, also …“

Olli wurde zwar immer müder und wackeliger, aber er hielt durch. Sicher musste ich immer mal ein Stück schieben und auch die eine oder andere Geschichte einflechten, aber schließlich standen wir vor Hotel Stubbe. Es war ein gemütliches Hotel. Drinnen saßen Leute an schön gedeckten Tischen.

„Hey, Großer, 55 Kilometer bei strömendem Regen und Wind, das glaubt uns keiner!“

Olli strahlte müde vor sich hin.

Eine freundliche Dame trat aus dem Haus und schaute uns eine Weile lächelnd zu.

„Ich will jetzt Fernsehen gucken“, sagte Olli.

Ich schaute die Dame an. Sie ging auf uns zu. „Vater und Sohn?“

Ich nickte.

„Gib mir doch deine Taschen, kleiner Mann. Wir treffen den Papa dann gleich am Tresen wieder.“ Olli sah die Frau an und gab ihr die Taschen. Dann stiefelten die beiden los.

„Die Regenhelden von Papenburg, habe ich gehört?“, sagte die Frau in Richtung Olli.

Am Tresen traf ich die Dame wieder. „Ein Doppelzimmer für Sie und Ihren Sohn?“

Ich nickte.

„Von wo sind Sie denn heute Morgen gestartet?“

„Lathen, immer am Kanal lang. Wir haben noch kurz dem Transrapid auf Wiedersehen gesagt und dann hierher.“

„Transrapid? Das ist doch die Magnetschwebebahn. Da kann man doch auch mitfahren, oder?“

„Haben wir gestern gemacht. Mit 400 fast lautlos durch die Steilkurve. Wir hatten viel Spaß.“

„Kommen Sie mit, ich zeige Ihnen Ihr Zimmer.“

Wir gingen die Treppe hinauf. Ich sammelte Olli ein, der wie betäubt vor einem Fernseher saß und in die Flimmerkiste starrte. Auf dem Zimmer folgte die antrainierte Routine. Brotdosen auswaschen, Taschen auspacken, duschen und die Hosen durchwaschen.

Kurze Zeit später saßen wir im Restaurant. Ich war mördermäßig erschöpft aber glücklich. Olli bekam sein Schnitzel, ich ließ mir ein Pfeffersteak servieren. Dazu gab es Limo und Weizenbier. Wir erzählten und erzählten.

„Hey, Großer, das war unglaublich, was du heute geleistet hast!“

Olli lächelte müde. „Papa, darf ich mich bei dir auf den Schoß legen?“

„Klar!“

Ich stellte zwei Stühle zusammen, packte seinen Kopf auf meinen Schoß und zog meinen Pullover als Verdunklung darüber. So gemütlich gebettet erzählten wir munter weiter, bis mein Sohn einschlief. Ich war in diesem Moment der stolzeste Vater auf der ganzen Welt.

Wir haben uns dann in Papenburg zwei Ruhetage gegönnt, gingen ins Kino, besuchten die Meyer Werft, waren in einer Windmühle und haben uns gezankt wie die Kesselflicker. Halt so, wie Vater und Sohn nun mal sind. Irgendwann sind wir dann auf der Insel Borkum angekommen. Dort haben wir meine Frau wieder getroffen und gemeinsam einen schönen Campingurlaub verlebt.

Samy, Jakob und Herr Frank schauen noch eine Weile auf die Bilder an der Fotowand. Dann rennt Samy als erster zu dem Fahrrad und setzt sich drauf.

„Cool, so etwas will ich auch.“

„Und dann gehen wir auf Tour“, sagt Jacob.

„Au ja, am Kanal lang“, erwidert Samy.

„Schauen wir mal“, sagt Herr Frank.

Ich mische mich in das Gespräch ein. „Wenn wir so ein Fahrrad für dich bauen, dann muss es dir nicht nur gefallen sondern auch genau passen. Wie soll dein Fahrrad denn aussehen?“

Herr Frank und seine Kinder setzen sich zu mir an den Laptop. Gemeinsam legen wir das neue Reise-Kinderrad für Samy fest. Es soll ein gelbes Fahrrad werden. Eines mit acht Gängen und mit einem sehr hellen Licht und hydraulischen Bremsen. Die richtige Sattelposition ermitteln wir mit Hilfe unseres Vorführrades. Sitzhöhe, Sitzlänge und die Kniestellung zur Pedalachse werden exakt festgehalten.

Samy rutscht voller Begeisterung auf seinem Stuhl hin und her. Die Vorfreude auf sein neues Rad macht auch mich glücklich.

Bilanz:

Ich frage mich, wer mehr gelernt hat? Oliver, der ein Abenteuer zu überstehen hatte, oder ich, der lernen musste, langsamer zu machen. Auf jeden Fall haben wir beide gelernt, uns gegenseitig zu respektieren.

Technik:

Oliver hatte schon als kleiner Knirps zwei Fahrräder. Eines, mit dem er auf Radtour ging. Bei diesem Fahrrad kam er mit den Füßen kaum auf die Erde. Es war auf extreme Leichtgängigkeit getrimmt und hatte eine hochwertige Kettenschaltung. Dann hatte er noch ein normales Rad zum Spielen. Dieses war viel kleiner, und er kam problemlos mit den Fußspitzen auf die Erde.

Kapitel 9
Kapitel 11